Hinterlüftung

Belüftete Konstruktionen

Temperaturdifferenzen zwischen Innenraum und Außenluft erzeugen ein Dampfdruckgefälle zur kälteren
(Außen-) Seite.
Luftfeuchtigkeit aus dem Innenraum kann u.a. durch Wasserdampfdiffusion, in Abhängigkeit des Temperatur- und Dampfdruckgefälles, in die Dachkonstruktion gelangen.
Um eine Durchfeuchtung der Konstruktion zu verhindern, werden in der Regel zweischalig, be- und entlüftete Konstruktionen ausgeführt. Die anfallende Wasserdampfmenge muss von der Belüftung aufgenommen und abtransportiert werden.

Be- und Entlüftung

Grundsätzlich gilt: Belüftungsöffnungen sind am tiefsten und Entlüftungsöffnungen am höchsten Punkt der Dach- oder Wandkonstruktion vorzusehen. Der Luftstrom im Hinterlüftungsraum ist u.a. abhängig von:

  • Temperaturdifferenz zwischen Hinterlüftungsraum und Außenluft
  • Höhendifferenz der Be- und Entlüftungsöffnungen
  • Querschnitt des Hinterlüftungsraumes
  • Wiederstände im Zwischenraum
  • Dachneigung
  • Windverhältnisse


Für die Höhe der Durchlüftungsraumes zwischen Unterdach und Deckung (Höhe der Konterlattung, sowie Zu und Abluftöffnung) gelten die Werte gemäss SIA 232/1.

Be- und Entlüftung - Sonderfälle

Bei Dach- und Wandkonstruktionen für klimatisierte Räume und Schwimmbäder ist mit erhöhter Luftfeuchtigkeit zu rechnen und vom Planer zu bestimmen. Bei diesen Gebäudetypen empfehlen wir die Verwendung von ZINC PLUS.


Unbelüftete Konstruktionen

Einschalig unbelüftete Konstruktionen sind mit VMZINC realisierbar. Die Ausführung, ob belüftet oder unbelüftet ist keine Glaubensfrage. Beide Varianten haben unter Berücksichtigung der Anforderungen an Planung und Ausführung ihre Berechtigung.
Da die Möglichkeit einer Feuchtigkeitsabfuhr nach außen nicht gegeben ist, muss ein Feuchtigkeitseintrag in die Konstruktion durch:

  • Diffusion
  • Konvektion
  • Baufeuchte

unbedingt vermieden werden. Unvermeidbare Feuchtigkeit muss ohne Schadenfolge abgeführt werden oder austrocknen können. Die einzubauenden Baustoffe müssen trocken sein und dürfen durch die Witterung nicht durchnässt werden. Es dürfen nur genormte oder bauaufsichtlich zugelassene Wärmedämmstoffe eingesetzt werden. Sie müssen ausreichend temperaturbeständig, formbeständig und unverrottbar sein. Die bauphysikalische Funktionsfähigkeit hängt im Wesentlichen von dem fachgerechten Einbau der Dampfsperre.

Für die Ausführung von einschalig unbelüfteten Dächern mit VMZINC empfehlen wir den Einsatz von rückseitig korrosionsgeschütztem ZINC PLUS.


Trennlagen

Historisch ist die Anforderung von Trennlagen durch die Notwendigkeit begründet, die früher oft recht korrosionsfördernden Holzschutzimprägnierungen der Schalung gegenüber der Blechunterseite zu trennen. Alleine schon aus Umweltschutzgründen sind jedoch die Imprägnierungen heute nicht mehr aggressiv und somit neutral gegenüber Titanzink. Hinzu kommt, dass die Trennlage auch nachteilig wirken kann, wenn sie beim zweischaligen belüfteten Dachaufbau das Austrocknen geringer zwischen Blechunterseite und Trennlage vorhandener Feuchtigkeit (z.B. ausgefallenes Kondensat bei bestimmten Wetterlagen) behindert und die Feuchtigkeit quasi festhält. Daher gehen in die sachgerechte Entscheidung für oder gegen eine Trennlage oder die Wahl einer besonderen Ausführung Fragen wie Dachneigung, Gefahr von Eisschanzenbildung, Wirksamkeit der Hinterlüftung etc. ein.

Trennlagen zwischen Titanzink und Holzschalungen sind in einigen Ländern (u.a. Frankreich) nicht empfohlen. In vielen anderen europäischen Ländern werden Direktverlegungen von VMZINC auf Holzschalungen seit Jahrzehnten praktiziert und haben sich damit nicht nur versuchsweise in Labors, sondern auch tatsächlich in der Praxis bewährt. Der temporäre Nässeschutz (Montagedeckung) der Holzschalung bzw. des Bauwerks während der Bauphase wird durch das Aufbringen von wieder verwendbaren PE-Folien etc. gewährleistet.

Dachneigung

- 15° ohne Trennlage